Freiberg 2014 oder die Hemmung über Homosexualität zu sprechen

Barbara Zach

Freiberg war nicht frei. Der freien Rede ging unter der drückenden Last des psychoanalytischen Erbes die Luft aus. Freiberg war auch kein Monte Veritá, der zur Erprobung neuen psychoanalytischen Denkens eingeladen hätte. Oder vielleicht doch, es gab die Einladung, doch niemand folgte ihr, obwohl viele gekommen waren. Zu groß war die Angst. War die Farbe des Tagungstitelblattes daran schuld? Unübersehbar prangte da das Thema „Homosexualitäten“ auf rosa Untergrund. „Was ist eigentlich die Farbe der Heterosexualität“, fragte Beate Hofstadler eingangs, „rosa und blau“ war die Antwort darauf und gleichzeitig das Schlusswort der Tagung von August Ruhs. Zwischen der Frage und der Antwort breitete sich eine beachtliche Lähmung unter den Teilnehmer_innen aus. Weiterlesen

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