Überlegungen zur Frage der Geschlechtsidentität (Gender-Identity) in der psychoanalytischen Theorie

Esther Hutfless

Gender als sozial konstruiertes und gelebtes Geschlecht ist ein zentrales Konzept in den Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften und prägt aktuelle feministische und queer-theoretische Debatten um Geschlechtlichkeit wesentlich. Gender wird zwar als Konstrukt verstanden, das bedeutet jedoch nicht, dass damit der Körper bzw. das „Biologische“ zum Verschwinden gebracht würde. Das soziale Geschlecht ist nicht etwas, das einem biologisch vorgängigen Geschlecht aufgeprägt oder übergestülpt würde. Vielmehr sind biologische und soziale Aspekte untrennbar ineinander verwoben: „Das ‚biologische Geschlecht‘ ist demnach nicht einfach etwas, was man hat, oder eine statische Beschreibung dessen, was man ist: Es wird eine derjenigen Normen sein, durch die ‚man‘ überhaupt erst lebensfähig wird, dasjenige, was einen Körper für ein Leben im Bereich kultureller Intelligibilität qualifiziert.“ (1) Weiterlesen