Queer Theory: Antwort auf einige Vorurteile

Esther Hutfless

Der Besuch eines psychoanalytischen Vortrages zu Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen und die dort geführten Diskussionen zum Begriff queer und zu Fragen von Geschlecht und Gender bewegen mich dazu auf jene Vorurteile näher einzugehen, die offenbar innerhalb der Psychoanalyse sowohl gegenüber queeren Theorien als auch gegenüber der Geschlechterforschung kursieren, die zu einem falschen und verkürzten Verständnis dieser Ansätze führen und dadurch Gefahr laufen, Vorurteile gegenüber jenen Menschen fortschreiben, die sich auf vielfältige Weise nicht der Geschlechterdichotomie konform identifizieren. Weiterlesen

Überlegungen zur Frage der Geschlechtsidentität (Gender-Identity) in der psychoanalytischen Theorie

Esther Hutfless

Gender als sozial konstruiertes und gelebtes Geschlecht ist ein zentrales Konzept in den Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften und prägt aktuelle feministische und queer-theoretische Debatten um Geschlechtlichkeit wesentlich. Gender wird zwar als Konstrukt verstanden, das bedeutet jedoch nicht, dass damit der Körper bzw. das „Biologische“ zum Verschwinden gebracht würde. Das soziale Geschlecht ist nicht etwas, das einem biologisch vorgängigen Geschlecht aufgeprägt oder übergestülpt würde. Vielmehr sind biologische und soziale Aspekte untrennbar ineinander verwoben: „Das ‚biologische Geschlecht‘ ist demnach nicht einfach etwas, was man hat, oder eine statische Beschreibung dessen, was man ist: Es wird eine derjenigen Normen sein, durch die ‚man‘ überhaupt erst lebensfähig wird, dasjenige, was einen Körper für ein Leben im Bereich kultureller Intelligibilität qualifiziert.“ (1) Weiterlesen