Überlegungen zur Frage der Geschlechtsidentität (Gender-Identity) in der psychoanalytischen Theorie

Esther Hutfless

Gender als sozial konstruiertes und gelebtes Geschlecht ist ein zentrales Konzept in den Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften und prägt aktuelle feministische und queer-theoretische Debatten um Geschlechtlichkeit wesentlich. Gender wird zwar als Konstrukt verstanden, das bedeutet jedoch nicht, dass damit der Körper bzw. das „Biologische“ zum Verschwinden gebracht würde. Das soziale Geschlecht ist nicht etwas, das einem biologisch vorgängigen Geschlecht aufgeprägt oder übergestülpt würde. Vielmehr sind biologische und soziale Aspekte untrennbar ineinander verwoben: „Das ‚biologische Geschlecht‘ ist demnach nicht einfach etwas, was man hat, oder eine statische Beschreibung dessen, was man ist: Es wird eine derjenigen Normen sein, durch die ‚man‘ überhaupt erst lebensfähig wird, dasjenige, was einen Körper für ein Leben im Bereich kultureller Intelligibilität qualifiziert.“ (1) Weiterlesen

Filmbesprechung Tomboy (2011)

Michael M. Kurzmann

Tomboy (2011) ist der zweite Spielfilm der französischen Drehbuchautorin und Filmregisseurin Céline Sciamma. Der Film schildert die Geschichte der zehnjährigen Laure, die den erneuten Umzug ihrer Familie nutzt, um sich in der neuen Umgebung als Junge namens Mikaël auszugeben – zunächst ohne das Wissen der Eltern und der jüngeren Schwester Jeanne.
In einem ruhigen, unaufgeregten, fast leichtfüßigen Stil erzählt der Film die Geschichte eines Sommers und der gleichzeitig existenziellen Thematik der Geschlechtsidentität(en). Weiterlesen