Vom Ankommen im Mainstream und dessen unangenehmen Antworten – zur aktuellen Gender-Debatte

Esther Hutfless

Es gibt immer wieder Kommentare, Artikel und Beiträge zum Thema Geschlecht bzw. Geschlechtertheorien, die, so scheint es, Gender Studies, Queer Theory und Feministische Theorie nicht als komplexe und weit verzweigte wissenschaftliche Diskurse und Disziplinen wahrnehmen und darum meinen, ausgehend vom Hörensagen, von unreflektierten Vorab-Urteilen oder bewussten Fehlinterpretationen argumentieren zu können.
Wie soll man da antworten? Soll man überhaupt? Weiterlesen

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Hat die Psychoanalyse den Körper je schon gedacht?

Esther Hutfless

Als Philosoph_in und Queer-Theoretiker_in beschäftige ich mich lange schon mit Körpern. Mit der Frage ihrer Konstruktion und Dekonstruktion, ihrer Eingebundenheit in Diskurse, ihrer Geschlechtlichkeit; ich beschäftige mich mit Körpern, die zugleich auch Materie sind und als solche einen Eigensinn haben, mit Körpern, die als Materie mit anderer Materie und anderen Körpern interagieren, sie formen und von ihr/ihnen geformt werden,[1] mit dem, was ein Körper vermag, mit Körpern als zentralem Wahrnehmungsorgan, das uns in der Welt situiert. Diese Situierung ist nicht beliebig. Schwarze, weiße, weibliche, männliche, disabled oder queere Körper sind den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gemäß jeweils anders situiert, ihre Vermögen werden jeweils anders beschränkt und gelenkt, sie werden anders im Raum verteilt.
Körper haben auf unterschiedlichste Weise Gewicht. Weiterlesen