Warum Psychoanalytiker*innen politisch nicht schweigen sollten – Zum Verhältnis Politik und Psychoanalyse

Esther Hutfless

Postdemokratie, Trumpismus, die Postfaktische-Ära, … wie auch immer man dieses gegenwärtige Zeitalter benennen möchte, in dem Rassismus, Misogynie, Hetze, Ideologie, Falschmeldungen, Propaganda, Antisemitismus, Nationalismus, völkisches Denken usw. wieder ungeniert ausgebreitet wird – Ansätze einer psychoanalytischen Kulturtheorie können ein Instrumentarium liefern, um derartigen Phänomenen mit differenzierten Analysen auf den Grund zu gehen. Sigmund Freud hat die Psychoanalyse von Beginn an nicht nur als Behandlungsmethode sondern auch als Kulturtheorie entworfen. Seine Massenpsychologie von 1921 lieferte wichtige Impulse für spätere Faschismustheorien und die politischen Debatten und Analysen nach dem zweiten Weltkrieg. Die Psychoanalyse hat sich mit Analysen immer schon in den kulturtheoretischen Diskurs eingebracht und sie tut dies nach wie vor. Weiterlesen

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